Warum auf das Target-Attribut verzichtet werden sollte

HTML

Die Auszeichnungssprache HTML bietet in ihrer Version 4.0 dem Gestalter über das sogenannte Target-Attribut die Möglichkeit, für jeden Link individuell zu bestimmen, wo der Inhalt der folgenden Seite für den Surfer dargestellt werden soll. Der Befehl "_self" steht dabei für das selbe Browserfenster, während "_blank" ein neues Fenster erzwingt.

Was in Vergangenheit unter Umständen noch Sinn machte, ist jedoch heute nichts weiter als ein Ärgernis. Der neue Standard XHTML findet mehr und mehr Verbreitung und in diesem ist das Target-Attribut - völlig bewusst - nicht mehr definiert. Doch im Zuge der allgemeinen Vernachlässigung der wichtigen Webstandards interpretieren die heutigen Browser brav weiterhin sämtliche Target-Attribute im XHTML-Modus, obwohl dies nicht zugelassen ist. Deswegen ist es auch im Jahr 2008 bedauerlicherweise gängige Praxis, dass man nach einem normalen Linksklick auf einen Link plötzlich in einem neuen Fenster landet (oder aber Tab, sofern der eigene Browser entsprechend konfiguriert ist).

Warum aber sollte auf dieses auf den ersten Blick praktisch erscheinende Attribut nun verzichtet werden? Immerhin lässt sich so bei einem Klick auf einen externen Link vermeiden, dass der Benutzer gleichzeitig die eigenen Seiten verlässt, denn diese bleibt weiterhin geöffnet - so wird sicher so mancher argumentieren.

Doch: Allererste und somit Hauptaufgabe einer Webseite ist die Transportierung von Informationen. Die Webseite sollte dabei in der Regel auf bekannte Navigations- und Inhalskonzepte setzen, damit der Benutzer schnell die gewünschte Information finden kann. Denn was manche Webdesigner gerne vergessen: Die Seite soll sich dem Benutzer anpassen und nicht umgekehrt und dem Anwender dabei seine gewohnte Arbeitsumgebung lassen (dies gilt natürlich genauso für Software). Deswegen ist auch z.B. jegliche Form von Veränderungen am Browserfenster per JavaScript ein absolutes "do not".

Der Benutzer soll also immer selber entscheiden können, auf welche Art und Weise er einem Link folgt!

Doch was ist nun in Fällen, in denen beispielsweise ein PDF verlinkt wird? Hier würde es ja eventuell durchaus Sinn machen, dies in einem neuen Fenster zu öffnen. Aber auch hier soll nichts erzwungen werden, sondern der Benutzer in seiner Entscheidung allenfalls unterstützt werden: Beispielsweise durch die Kennzeichnung des Links durch das vorangestellte gängige PDF-Symbol. Mit dieser Methode können natürlich ebenso externe Links für den Surfer gekennzeichnet werden.

Man braucht sich also keine Sorgen zu machen, dass ohne gesetztes Target die eigene Website beim Besucher in Vergessenheit gerät: War die Information für ihn hilfreich, wird er wiederkommen. War sie es jedoch nicht, so wird auch die im Hintergrund weiterhin geöffnete eigene Seite schnell durch einen Klick auf den Schliessen-Button ins Datennirvana befördert.




13 Kommentare zu “Warum auf das Target-Attribut verzichtet werden sollte”

shamanic sagt:

Also von mir aus könnte man das Target Attribut ja weglassen, aber nur unter der Bedingung dass sich standardmäßig alle Links in einem neuen Tab öffnen.
Ich öffne fast 100% aller Links in einem neuen Tab und finde es nervig, dafür jedesmal eine extra aktion ausführen zu müssen.
Neue Fenster sind noch nerviger.

Ich kann ehrlich gesagt auch überhaupt nicht nachvollziehen was so toll daran sein soll, wenn einem plötzlich einfällt daß man auf der Ursprungsseite doch noch etwas nachlesen will und man sich dann 10 mal zurückklicken muß.

Erich sagt:

Genau. Das meinte ich mit dem Zick-Zack. ;)

Aber jetzt kann auch ich die Kommentare besser lesen. Der Farbunterschied ist nicht so schlimm. :D

Okay, jetzt habe ich verstanden was Ihr meint: Es war in der Tat absichtlich so, dass die Autorenkommentare in meinem Theme anders eingerückt werden als die der restlichen Kommentatoren.

Da dies jedoch anscheinend mehr verwirrt als genützt hat, habe ich es nun geändert und belasse es bei einer anderen Schriftfarbe.

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