Erfahrungen mit Mozy Backup

Vor ein paar Wochen ging die Ankündigung eines neuen kostenlosen Remote-Backup-Service durch einschlägige Fachforen:

Mozy is a secure, automatic remote backup and archiving service for any PC in any home or office. It's simple to install and configure. No external hard drive, expensive subscription services, CD or DVD's to burn. All you need is a broadband connection and you are ready to go!

Da mir die Idee gefiel, meine Daten nicht nur als Backup auf externer Festplatte und DVD-RW zu besitzen, sondern auch 2048-bit Blowfish-verschlüsselt auf einem Server auf einem völlig anderen Kontinent, habe ich den Beta-Test gewagt. Der Dienst finanziert sich zur Zeit noch dadurch, dass einem ab und zu ein paar E-Mails zugeschickt werden.

Auf den ersten Blick macht der Mozy Client einen benutzerfreundlichen und durchdachten Eindruck, das Konfigurieren und Hinzufügen der gewünschten Backup-Verzeichnisse ist schnell erledigt.

Backups werden von Mozy automatisch im Hintergrund durchgeführt - dies geschieht entweder nach einem festgelegten Zeitplan oder aber sofern die CPU-Last ein vorher festgelegtes Niveau unterschreitet und/oder der Rechner sich für eine benutzerdefinierte Zeit im Leerlauf befunden hat.

Was sich soweit ganz gut anhört, ist leider in der Praxis (bisher) nicht wirklich ausgereift:

- Für das Aufrufen der Konfiguration muss der Client unverständlicherweise zunächst eine vollständige Indizierung auf der Server-seite durchführen. Bei mir dauerte dies schonmal eine halbe Stunde bei gerade mal 300 MB Daten - und das nur um das Konfigurationsfenster zu sehen und die Grundeinstellungen (nicht einmal die gewünschten Backup-Verzeichnisse selbst) des Clients anzupassen.

- Ich habe über den Explorer das GMX MediaCenter als Webverzeichnis in meinem System eingebunden. Das Anmeldefenster für eben jenes MediaCenter springt mir permament auf den Bildschirm während des Versuchs die Mozy-Konfiguration aufzurufen. Hier gibt es offensichtlich einen Konflikt mit der WebDAV-Schnittstelle von Windows.

- Es können zur Zeit nur NTFS-Partitionen gesichert werden. Das Programm führt diesbezüglich jedoch noch keine Fehlerüberprüfung durch, so dass auch FAT32-Partitionen hinzugefügt werden können, was darin resultiert, dass die Software sich während des Backups in einer Endlos-Lese-Schleife verfängt.

- Die absolute Spitze war, als der Mozy Service an mehreren Tagen während ich an meinem PC arbeitete ansprang und Arbeitsspeicher in Höhe von 200 bis teilweise 400 MB verbrauchte, trotz von mir oben erwähnter Konfiguration - dies war das endgültige KO-Kriterium.

Vorläufiger Fazit: Die Idee ist sicherlich interessant, doch man sollte Mozy noch ein wenig Zeit geben sich zu entwickeln und seinen Kinderkrankheiten zu entwachsen. Gespannt bin ich vor allem darauf, inwiefern eine langfristige Finanzierung geplant ist.

Wer Mozy selbst probieren möchte, braucht einfach nur dem unten stehenden Link zu folgen. Getestet habe ich die Version 1.3.3.6.

Link:
Mozy Remote Backup (auf Englisch)




Ein Kommentar zu “Erfahrungen mit Mozy Backup”

Hallo,
inzwischen ist die Verschlüsselung auf 448-bit Blowfish.
Zur Finanzierung:
2 GB sind kostenlos, wer mehr möchte muss Zahlen.

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